Dr. Helena Auber, Betriebsmedizinerin bei ExxonMobil

Interview: „Die Fürsorge für die Mitarbeiter ist für uns als Branche selbstverständlich.“

Die Erdgas- und Erdölbranche engagiert sich nicht nur für eine saubere Umwelt, sondern auch für den Schutz der Gesundheit ihrer Mitarbeiter und Nachbarn. „Verantwortung heißt für uns, die Gesundheit und Lebensqualität zu fördern“, betont BVEG-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Möhring. Anlässlich des Welttags für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz am 28. April 2019 sprach der BVEG stellvertretend mit Dr. Helena Auber, Betriebsmedizinerin beim Mitgliedsunternehmen ExxonMobil Production Deutschland GmbH, über die Wichtigkeit von Präventivmaßnahmen in der E&P-Branche, das unternehmenseigene Gesundheitsprogramm und die Leitlinie „Nobody gets hurt“.

BVEG: Haben sich die Risiken für Mitarbeiter beim Fördern und Bohren in den vergangenen Jahren verändert?

Dr. Helena Auber: Durch die technischen Errungenschaften erfüllen unsere Anlagen höchste Sicherheitsstandards. Heute sind, bedingt durch den demografischen Wandel, eher ergonomische Aspekte von Bedeutung für den modernen Arbeits- und Gesundheitsschutz. Daneben spielen psychische Belastungen eine Rolle.

BVEG: Haben sie ein Beispiel für spezifische psychische Belastungen?

Dr. Helena Auber: Wir fördern seit vielen Jahren Erdgas und Erdöl in Deutschland. Unsere Förderexperten wohnen in den Gemeinden, in denen gefördert wird. Sie sind dort seit vielen Generationen zuhause. Nicht nur deshalb nehmen sie ihre Verantwortung für sich, die Umwelt und ihre Nachbarn sehr ernst. Durch zum Teil unsachliche Veröffentlichungen werden Ängste geschürt. Das verunsichert die Bewohner an den Förderstandorten berechtigterweise – eine Verunsicherung, die auch unsere Mitarbeiter vor Ort spüren. Wir bemühen uns daher darum, die traditionell gute Nachbarschaft zu erhalten und die Bevölkerung über alle zentralen Aspekte der Förderung zu informieren. Die Transparenzinitiative des BVEG ist dabei ein sehr wichtiger Baustein und ein klares Zeichen, wie wichtig uns das Vertrauen unserer Nachbarn ist.

BVEG: Was tun die Unternehmen konkret für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz?

Dr. Helena Auber: Wir setzen alles daran, ein Arbeitsumfeld zu gestalten, das unsere Belegschaft engagiert im Arbeitsleben hält. Wir haben beispielsweise gerade eine Arbeitszufriedenheitsbefragung abgeschlossen und im gemeinsamen Austausch Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Nur so können wir langfristig die besten Arbeitsbedingungen gewährleisten.

BVEG: ExxonMobil Production hat sich selbst dem Motto „Nobody gets hurt“ verpflichtet. Mit welchen Maßnahmen wird dies konkret umgesetzt?

Dr. Helena Auber: Der Schutz und die Fürsorge für die Mitarbeiter sind in unserer Firmen-DNA verankert und für uns als Branche selbstverständlich. Die genannte Leitlinie „Nobody gets hurt“ ist die Null-Unfall-Strategie, die wir seit Jahren bei ExxonMobil verfolgen. Dazu gehören verschiedene Präventivmaßnahmen wie Schulungen und Sicherheitsregeln, die jedem Mitarbeiter im Unternehmen bekannt sind. Dabei steht der verhaltensbasierte Unfallschutz stark im Fokus. Denn: Technische Ursachen für Unfälle kommen heutzutage immer seltener vor.

Gesundheitsschutz bedeutet aber noch viel mehr. So arbeitet unsere länderübergreifende Abteilung „Medicine and Occupational Health“ (deutsch: Medizin und Arbeitsgesundheit) tagtäglich daran, Unfälle nicht nur zu verhindern, sondern präventiv vorzugehen und Vorsorge zu betreiben. Klinische Kontrollen wie Hör- und Fitnesstests sind genauso Teil unseres ganzheitlichen Gesundheitsmanagements wie flexible Arbeitszeitmodelle und Kinderbetreuung. Wir sind überzeugt: Diese Bereiche haben Auswirkungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter und gehören deshalb zum Themenkomplex Arbeits- und Gesundheitsschutz.

BVEG: Was hat sich durch das Programm bei Ihnen im Unternehmen verändert?

Dr. Helena Auber: Wir haben in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Auch wenn die Erfolge im Gesundheitsschutz mitunter schwer zu messen sind, da wir hier langfristig denken und bewusst investieren. Wir sind mehr als stolz darauf, dass die Teilnahmequote an den Gesundheits-Aktionen stets überdurchschnittlich hoch ist. Unsere Mitarbeiter fragen nach dem nächsten Screening, der nächsten Learning-Session zu Gesundheitsthemen oder dem nächsten Sportprogramm. Die Mitarbeiter geben mir und meinem Team die Rückmeldung, dass sie sich durch die Aufmerksamkeit auf das Thema Gesundheit und unsere Fürsorge wertgeschätzt fühlen. Man vertraut uns und das motiviert uns natürlich sehr und bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass wir diesen Weg in Zukunft weitergehen wollen.

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